Presse

Die Ballettschule Steigerwald in den Medien

Anna Musatova

Erschienen in der Nordwest-Zeitung,
24. Januar 2015
Text: Oliver Bloch


Tanz in erster Reihe verleiht Flügel

Anna Musatova lebt für das Ballett – 22-Jährige lässt sich als Lehrerin ausbilden

Das Ballett half Anna Musatova, in Deutschland Fuß zu fassen. Als Elfjährige kam sie 2004 mit ihren Eltern aus dem russischen St. Petersburg nach Oldenburg.

Oldenburg. Wenn sie über das Ballett spricht, gerät sie ins Schwärmen. „Tanzen ist mein Traum, den ich zum Beruf machen will“, sagt Anna Musatova. Die 22-jährige Oldenburgerin studiert seit vergangenem Sommer Theatertanz und Tanzpädagogik an der Erika-Klütz-Schule in Hamburg. Noch gut erinnert sie sich an das Jahr 2004, als die damals Elfjährige mit ihren Eltern aus St. Petersburg nach Oldenburg zog. „Ich konnte kein Deutsch und hatte wenig Selbstbewusstsein“, blickt sie zurück. Doch das änderte sich schnell. Es war das Tanzen, das ihr in Deutschland den Weg ebnete.

Traumrolle Schwan

„Schon im September 2004 hatte ich meine erste Stunde an der Ballettschule Steigerwald“, erzählt Anna. Ihrer Lehrerin Thérèse Steigerwald-Jolly und ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann Kurt Steigerwald, sei sie immer noch dankbar. „Sie gaben mir nicht nur Tanz-Unterricht, sondern halfen mir dabei, von der Realschule Eversten zum Gymnasium an die Cäcilienschule zu wechseln.“

Bereits als kleines Mädchen in Russland hatte sie eine Ballettschule besucht und konnte in Oldenburg anknüpfen. „Nach einigen Nebenrollen durfte ich schließlich in der ersten Reihe tanzen“, erzählt die Studentin: „Das hat mein Selbstvertrauen gestärkt.“ Ihren großen Traum erfüllte sie sich mit der Rolle des „Schwan“, den sie bei Steigerwald noch immer tanzt.

Im Vorjahr wurde die künstlerische Laufbahn der jungen Frau auch von der Oldenburgischen Landschaft gewürdigt. Sie erhielt den mit 1000 Euro dotierten Förderpreis Kultur. „Dadurch fühle ich mich sehr geehrt“, sagt sie zurückhaltend. Ihre Eltern seien am Anfang skeptisch gewesen, als sie beruflich auf das Tanzen setzen wollte. „Verständlich“, sagt Anna. So entschied sie sich zunächst für die sichere Variante. Sie studierte Informatik an der Uni Oldenburg und absolvierte ihren Bachelor.

„Aber ich merkte, dass ich in diesem Beruf nicht glücklich werden kann“, erzählt die Tänzerin. Daraufhin bewarb sie sich mit Unterstützung von Thérèse Steigerwald erfolgreich um ein Stipendium. „Jeden Morgen um 7 Uhr, wenn ich zur Ausbildung fahre, bin ich glücklich“, schrieb sie aus Hamburg ihrer Oldenburger Lehrerin, die sich mit ihr freut. „Als Anna vor zehn Jahren in unsere Ballettschule kam, konnte ich nicht ahnen, was wir für ein Juwel bekommen hatten“, lobt sie ihre Schülerin: „Anna verfügt über eine außergewöhnliche tänzerische Begabung, die ihr ermöglicht, die Musik in gefühlvollen Bewegungen umzusetzen.“

Genau das möchte die 22-Jährige gern weitergeben, wenn sie ihr Studium voraussichtlich in drei Jahren abschließt. „Für eine aktive Karriere auf den großen Bühnen bin ich dann zu alt, aber ich möchte Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Tanzen beibringen.“ Dafür sieht sie gute Perspektiven, da die Bedeutung des Tanzens zunehme.

Rückkehr geplant

Am liebsten würde sie im Anschluss an ihre Ausbildung nach Oldenburg zurückkehren. „Die Stadt gefällt mir. Sie ist nicht zu groß, verfügt aber über alles, was man braucht“, begründet Anna. Mit ihrem in Russland lebenden Ehemann Vitalii führt sie noch eine Fernbeziehung, doch sein Umzug ist beschlossene Sache, sagt Anna voller Vorfreude.

Auch ihre Eltern und die beiden kleinen Geschwister hat sie in Oldenburg gern um sich. Ihre vierjährige Schwester schaut oft begeistert beim Tanzen zu und tritt hin und wieder schon in Annas Fußstapfen: „Meine Ballettschuhe zieht sie gerne an und fühlt sich dann wie eine kleine Ballerina.“

Original Text zu finden unter: www.nwzonline.de

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